Die Mittelmühle

Mittelmühle Oberkoskau
Über 400 Jahre Geschichte
Die Mittelmühle in Oberkoskau ist ein geschichtsträchtiger Ort, der seit über 400 Jahren das Leben und die Geschichte unserer Region geprägt hat.
Ihre wechselvolle Vergangenheit erzählt von harter Arbeit, Schicksalsschlägen und dem Wandel der Zeiten.
Die Mittelmühle kann auf eine lange und bewegte Geschichte zurückblicken.
Ersterwähnung 1606
Ihre erste Erwähnung findet sich 1606 im Kirchenbuch in der Ahnentafel von Bernd Militzer mit Hans Luft.
Weitere Besitzer sind in der Ahnentafel von Thomas Heller verzeichnet. Seit dieser Zeit blieb die Mühle immer in privater Hand, vor allem in der Familie Peip. Die wechselnden Nachnamen der Besitzer lassen sich auf eingeheiratete Schwiegersöhne zurückführen.
Mühlen-Vielfalt
Die Mühle bestand ursprünglich aus einer Mahlmühle, einer Schneidemühle und einer Ölmühle.
Angetrieben wurde sie zunächst durch ein oberschlächtiges Mühlrad, später – ab Beginn des 20. Jahrhunderts – auch mit Strom.
Bis in die 1930er Jahre betrieb Louis Peip die Mittelmühle als Lohnmühle mit einer angeschlossenen Landwirtschaft von 55 Hektar.
Der Dachstuhl brennt!
Am 19. Dezember 1982 zerstörte ein Brand den Dachstuhl der Mühle.
Anschließend wurde das Gebäude mit einem neuen Dach auf dem Untergeschoss wieder aufgebaut. Bereits in den 1960er Jahren waren das Wehr entfernt und der Mühlgraben verschlossen worden.
Heute zeugen nur noch der verfallene Mühlgraben und das imposante Getreidesilo, das nach 1945 errichtet wurde, von der einstigen Mühle.
In den Wirren der NS-Zeit
Im 20. Jahrhundert liegt ein gewisser „Historienschleier“ über dem Anwesen:
In der Zeit des Nationalsozialismus verschwand der Müller plötzlich, tauchte nach dem Krieg wieder auf, um nach einem kurzen Wiederaufblühen der Mühle erneut bei den neuen Machthabern in Ungnade zu fallen.
Fast wirkt diese Episode wie eine Mühlensaga, deren Details nur bruchstückhaft überliefert sind.



Ansicht der Mittelmühle um 1900

"Vorwärts immer, rückwärts nimmer!"
Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden für kurze Zeit Vertriebene in den Gebäuden ein Zuhause.
Das Getreidesilo übernahm die VEAB, und 1946 wurde auf dem Gelände die Maschinen-Ausleih-Station (MAS) gegründet, die später zur Maschinen-Traktoren-Station (MTS) umfirmierte.
Ab 1962 nutzte schließlich die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsge-nossenschaft) das Areal bis zur politischen Wende 1989.
Die Mühle heute
Mit der Wende ging die Immobilie an die Treuhand, die jedoch nur das Getreidelager weiterverkaufen konnte.
2015 erwarb schließlich Familie Wolf aus Unterkoskau das Gelände. Herr Wolf bemühte sich, das gesamte Anwesen zu erwerben und erweiterte seinen Besitz in den folgenden Jahren um das Getreidesilo und die beiden Zufahrtswege.
Die kleine Scheune und der Schuppen wurden von der Familie Mergner zu Wohnzwecken umgebaut.
Heute erzählt die Mittelmühle nicht nur von der Geschichte der Mühlenkunst, sondern auch von den Menschen, die hier lebten und wirkten – ein Stück gelebte Heimatgeschichte, die es zu bewahren gilt.
Die Besitzer der Mittelmühle Oberkoskau
vor 1606 bis 1608
Hans Glück
vor 1592 bis 1634
Veit Luft (der Ältere)
1634 - 1656
Thomas Luft, auf beiden Mühlen genannt
1656 - 1685
Johannes Luft, bis 1646 beide Mühlen
1685 - 1712
Andreas Rink (Schwiegersohn?)
1712 - 1748
Christian Rink (Sohn)
1748 - 1792
Johannes Nicolaus Peip (Schwiegersohn)
1792 - 1825
Johannes Peip (Sohn)
1825 - 1867
Johann Wilhelm Friedrich Erdmann Peip
1867 - 1898
Johann Ferdinand Alwin Peip (Sohn)
1898 - 1935
Wilhelm Julius Louis Peip
1935 - 1945
Bernhard Peip (Sohn; Enteignung)
1945 - 1956
Maschinen-Ausleih-Station (MAS)
1956 - 1962
Maschinen-Traktoren-Station (MTS)
1962 - 1989
Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Typ 1-3 (LPG)
1967 - 1980
Schneiderei Gröll (Untermieter in der Mühle)
1990 - 2014
Treuhandanstalt
2002 - 2014
nur das Getreidelager: zuerst ein vietnamesischer Staatsbürger mit deutschem Pass, dann ein polnischer Staatsbürger
ab 2015
Familie Wolf

Besitzer seit 2015: Familie Wolf
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